Das Coming-out von jungen Lesben und Schwulen

Datum/Zeit: 
Sa., 2010-10-30 09:45

Das Coming Out ist ein für Lesben und Schwule wichtiger Entwicklungsschritt. Er umfasst zwei Phasen: zum einen das innere Gewahrwerden und das Akzeptieren der eigenen gleichgeschlechtlichen Orientierung und zum anderen das Hinaustreten damit an die Umgebung (Familie, Freundeskreis, beruflicher Bereich) und Finden eines lesbischen resp. schwulen Lebens- und Beziehungsstils. Dabei stellen sich immer wieder die Fragen: wem? was? zu welcher Zeit? in welcher Form?

Im Rahmen des Coming Out müssen sich Lesben und Schwule auch mit den Bildern auseinandersetzen, die über sie in der Öffentlichkeit bestehen. Dazu gehört ein vor allem für Professionelle im pädagogischen Bereich verhängnisvolles Vorurteil, nämlich die Vermischung von Homosexualität und Pädosexualität. Sexuelle Grenzverletzungen gegenüber Kindern und Jugendlichen haben nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun und finden sich bei hetero- wie homosexuellen Menschen. Wegen dieses Vorurteils halten sich viele Lesben und Schwule, die pädagogisch tätig sind, im beruflichen Bereich bedeckt. Dies hat einerseits für sie selbst verhängnisvolle Folgen (Verheimlichen eines ihre Identität zentral betreffenden Teils ihrer Persönlichkeit), andererseits wäre es für die Jugendlichen, mit denen sie arbeiten, wichtig, gerade in den Erziehenden ein positives Beispiel für ein unverkrampftes Umgehens mit der gleichgeschlechtlichen Orientierung zu erleben.